zweiter Teil des Violer Burning Interviews

Violet Burning - wie Berlin zur Wendezeit

Von einem Freund (danke Tobi) habe ich gehört, dass Ihr bald eine neue CD veröffentlicht. Kannst Du schon etwas über diese Produktion verraten?

Ja, das wird unsere erste “Nur-Lobpreis”-Aufnahme. Sie wird “Faith and devotions of a satellite heart” heißen. Sie sollte im Februar oder März 2001 über Word UK oder den Zomba Vertrieb erhältlich sein.

Ex-Violet-Gitarrist Robbie Farr

Mir ist bei Eurer selbstbetitelten Scheibe besonders aufgefallen, dass zu dieser Zeit Andy Prickett Mitglied von Violet Burning war. Damals hattet ihr drei Gitarristen. War das so etwas wie eine Post-Prayer-Chain-Phase?

Nun, unsere Band war immer schon sehr unterschiedlich besetzt. Drei Gitarren hatten wir nur für wenige Monate. Ich habe immer versucht, so viele Musiker wie ich nur konnte, an Produktionen zu beteiligen. Aber auf unserem selbstbetiteltem Album haben meistens Andy und ich Gitarre gespielt.

Es ist unübersehbar, dass Du eine besondere Beziehung zu Deutschland hast. “Demonstrates plastic and elastic” ist wohl eine deutsche Platte. Wo hast Du dieses Schild mit der Neonreaklame “Plaste und elaste” gesehen?

Ich habe die Neonwerbung natürlich in Berlin gesehen. Das war der Geburtsort von “Demonstrates plastic and elastic”. Wir waren 1996 auf Tour und in Berlin startete diese Tournee. Es war toll, wie auch unsere anderen Reisen durch Deutschland.

“Eins, zwei, drei, vier...” zählt eine Stimme im Intro zu “Berlin Kitty”. Dieses Lied ist die andere Verbindung zu Deutschland. “With your angels in the sky”. Ist das eine Erinnerung an Wim Wenders “Himmel über Berlin”?

Das Lied Berlin Kitty ist eigentlich ein anderer Name für Berlin City, aber es klingt cooler. In Berlin unterwegs zu sein, die Underground Clubs zu besuchen und besonders Ost und West hat meiner Seele sehr viel Licht gegeben. Es war in Ost-Berlin so, dass es da eine große Hoffnung gab, weil die Mauer gefallen war, Familien sich wieder gefunden haben und die Kommunisten gegangen waren. Aber gleichzeitig direkt neben der Hoffnung existierte viel Verlorensein. Einige Leute waren hoffnungsfroh, andere wussten nicht, was zu tun ist. Sie gingen immer dann einkaufen, wenn man es ihnen sagte. Man sagte ihnen wo sie leben, arbeiten sollten. Ihr gewohntes Leben war vorbei und sie wussten nichts mit sich anzufangen in dem “westlichen” Klima. Berlin war voll von Hoffnung und Verzweiflung. Diese Stadt war anders wie alle anderen Städte auf der Welt zu dieser Zeit. Das hat mich beeindruckt. Das hat mein Leben verändert und “mir mehr gegeben als ich geben kann”. 

Eine Sache interessiert mich noch: Viele Bands schwärmen vom “Green Room”. Du hast dort schon oft Songs produziert. Was ist das besondere an diesem Studio im kalifornischen Huntington?

Das “Green room” ist ein Ort, wo sich viele Künstler treffen, um aufzunehmen und Zeit miteinander zu verbringen. Viele Jahre schon ist es für uns von Violet Burning einfach gut, dort zu sein. Unserer Fotografin, Anna Cardenas, gehört das Studio und sie hat die Räume mit wundervollen Designs ausgestattet. Es ist ein Ort, wo ich mich sehr zu Hause fühle.

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